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Donnerstag, 4. November 2010

aus: "Neue Westfälische", Nr. 197 (25.08.2010)

Aus Erfahrung aggressiv

Hilfe für Pflegekinder und ihre Familien

Paderborn. "Ängste und Aggressionen bei Pflege- und Adoptivkindern" zu diesem Thema hatten die Fachbereiche Adoptions- und Pflegekinderdienst und Westfälischen Pflegefamilien des Sozialdienstes katholischer Frauen Paderborn jetzt eingeladen. Referentin war die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Renate Preising aus Werl. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Horst Richter-Stiftung, die die Hilfe gegen die Folgen einer frühen Traumatisierung zu ihrer Aufgabe gemacht hat.

Pflege- oder Adoptivkinder sind oftmals Mädchen und Jungen mit einer Lebensgeschichte, die durch traumatisierende Erfahrungen geprägt ist. Vernachlässigung, Gewalt und sexueller Missbrauch sind in aller Regel Auslöser für die Herausnahme eines Kindes aus der ursprünglichen Familie.

Obwohl die Kinder in ihren neuen Familien sehr liebevoll aufgenommen werden, blockieren sie Ängste und Aggressionen im alltäglichen Leben. Ihre Bezugspersonen stoßen im Umgang mit ihnen nicht selten an Grenzen.

Die Referentin, die seit vielen Jahren therapeutisch mit Kindern arbeitet, verdeutlichte in anschaulicher Weise, wie auf die schwierigen Verhaltensweisen angemessen reagiert werden kann. Anhand von zahlreichen Fallbeispielen, wurden mit den Teilnehmenden Hintergründe und ganz konkrete Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Die Eltern berichteten am Ende des Fachtages, dass sie viele neue Anregungen bekommen haben und durch neue Sichtweisen gestärkt in den Alltag zurückkehren.

Eine Pflegemutter bilanzierte zum Schluss: "Es war für mich ein gewinnbringender Tag, ich habe viel gelernt und zudem erfahren, dass ich mit meinen Sorgen nicht alleine bin. Es ist, als wenn sich Türen geöffnet hätten."

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